Der gemeinnützige Förderverein fördert als Stifter weiterhin ideell und materiell die kulturellen und museologischen Aufgaben der Stiftung.
Für den Betrieb des Museums stellt der Verein seine gesamten Mittel zur Verfügung.
Der Beginn
Es muss bei der intensiven Prägung der Stadt durch die Marine verwundern, dass erst seit 1986 ernsthaft die Idee zur Schaffung eines deutschen Marinemuseums in Wilhelmshaven diskutiert wurde, ist doch die Geschichte Wilhelmshavens die Geschichte deutscher Marinen. Geboren wird sie von einigen engagierten Wilhelmshavener Bürgern und ehemaligen Marineoffizieren.
1987 gibt die Stadt Wilhelmshaven eine Denkschrift heraus, mit der Standort und konzeptionelle Idee des Museumsprojekts der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Zur Realisierung sollen eine Stiftung und ein Förderverein gegründet werden, „…in denen alle interessierten Bürgerinnen und Bürger, private Sammler, Unternehmen und öffentliche Institutionen Geld- oder Sachspenden sowie persönliches Engagement einbringen können. Mit der Südzentrale, dem damals zwecklos gewordenen und inzwischen abgerissenen repräsentativen Kraftwerksbau neben Wilhelmshavens Wahrzeichen, der Kaiser Wilhelm-Brücke, wurde ein geeigneter Museumsstandort gefunden, welcher dringend einer neuen Nutzung bedurfte.
1988 – Gründung des Förderverein Deutsches Marinemuseum
Am 13. April 1988 wurde der Förderverein Deutsches Marinemuseum e.V. gegründet, sein Gründungszweck war die Förderung eines Marinemuseums. „Hierzu sollte eine Stiftung ins Leben gerufen werden, die marine- und marinewerftbezogene Exponate zusammentragen und in einem Museum der Öffentlichkeit zugänglich machen sollte“.
Erster Vereinspräsident wurde Vizeadmiral a.D. Günter Fromm, Vizepräsidenten Honorarkonsul Friedrich A. Meyer und Stadtdirektor Arno Schreiber. Im Juli 1988 zählte der Verein 50 Mitglieder.
Nach der ersten Denkschrift von 1987 findet 1988 im Rahmen der wissenschaftlichen Vorarbeiten für das Museum ein wissenschaftliches Symposium statt, mit dem die Grundlagen für eine Konzeption des projektierten Museums erarbeitet werden sollen. Die Historikerin Ellen Mosebach-Tegtmeier erarbeitete hieraus 1989 ein Rahmenkonzept zur Konkretisierung des geplanten Museums. Die Ausstellung sei nicht auf eine vermeintlich wertfreie Präsentation von Objekten zu reduzieren, sondern habe sich auch mit den generellen Fragen nach Krieg und Frieden zu beschäftigen.
Inzwischen ziehen jedoch dunkle Wolken über dem geplanten Museum auf. Als die Stadt wegen inhaltlicher Differenzen mit dem Förderverein über die Ausrichtung des Museums und wegen knapper finanzieller Mittel ihren Ausstieg aus dem Projekt erklärt, scheint dieses bereits nach kurzer Zeit wieder gescheitert. Präsident Fromm erklärte 1991 seinen Rücktritt, sein Nachfolger wird Flottillenadmiral a.D. Alfons Teipel. Der Verein hat 150 Mitglieder, eine Stiftungsgründung ist nicht in Sicht.
Nach der generellen Absage der Stadt entscheidet sich der Förderverein 1994, das Projekt alleine fortzuführen. An der Spitze stand nun Konsul Friedrich A. Meyer, Vizepräsidenten wurden Sparkassendirektor Martin Grapentin, Stadtrat Jens Graul und Kapitän zur See a.D. Hans-Georg Nippe. Der Förderverein wurde nun selbst Träger des Museumsprojektes, der Weg zu einem frei finanzierten, privatwirtschaftlich geführten Museum geöffnet.
Inzwischen war auch eine attraktive Lösung als endgültiger Standort in Sicht. Das Gebäude der ehemaligen Scheibenhof-Werkstatt hatte die Stadt 1995 vom Wasser- und Schifffahrtsamt erworben, zunächst, um es für Parkplätze abzureißen, und nun, nach einer baulichen Begutachtung, um es zu erhalten. Zur Mittelbeschaffung für Baumaßnahmen und Projektbearbeitung war eine Mischfinanzierung aus Spenden und Fremdmitteln vorgesehen. Besonders die Sparkasse Wilhelmshaven engagierte sich als Sponsor für das Museumsprojekt! Weitere Spenden kamen von der Gerd-Möller-Stiftung, der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und der Kulturstiftung der Öffentlichen Versicherungen. Und auch von der Volksbank Wilhelmshaven kam Unterstützung, der Erlös des „Weihnachtstalers 1996“ kam dem Förderverein zugute.
1997 – Eröffnung des Deutschen Marinemuseum
Am 06. Dezember fand die erste Baubesprechung statt, im Januar 1997 wurde der Bauantrag eingereicht. Für einen Festpreis von 1,44 Millionen DM wurde das Gebäude, von dem nur die Außenmauern stehenbleiben würden, restauriert und ausgebaut werden, 1,5 Millionen wurden für die Inneneinrichtung und die Herrichtung der Wasserflächen veranschlagt. Nach 80 Tagen Bauzeit wurde am 25. April 1997 Richtfest gefeiert, schon am 12. September 1997 konnte das fertiggestellte Gebäude dem Förderverein als Bauherrn übergeben werden.
Am 01. Oktober 1997 lud das Präsidium des Fördervereins Mitglieder und Gäste zum „Stapellauf“ ein. Das 1888 erbaute Gebäude des Torpedohofes der Kaiserlichen Werft, das zuletzt vom Marinearsenal als Werkstatt für schwimmende Seezielscheiben Verwendung fand, war in einer Rekordzeit von 8 ½ Monaten restauriert und umgebaut worden.
Ebenfalls 1997 wurde unter der Federführung von Dr. Jens Graul und Dr. Dieter Hartwig eine Rahmenkonzeption als Voraussetzung für konkrete Museumsplanung vorgelegt. In dieser vom Förderverein herausgegebenen Rahmenkonzeption wurde das standortorientierte Profil des Museums inhaltlich einmal mehr mit Wilhelmshavens Marinegeschichte begründet. Der neue Arbeitstitel lautete „Museum der Deutschen Marinegeschichte Wilhelmshaven“. Diese Rahmenkonzeption bildete die Grundlage für die Ausstellungsplanung.
Eine besondere Mitgliedschaft verdient Erwähnung: die Kirchengemeinde der Christus-und Garnisonskirche wurde Anfang 1998 das 500. Mitglied des Fördervereins! Die Kirchengemeinde ist damit das älteste Mitglied des Fördervereins, war doch der Kirchenrat der Gemeinde nachweislich 1884 zu seiner ersten Sitzung zusammengekommen.
Das Unterseeboot U 10 (Aufstellung 26. Juni 1996) und das ehemalige Minenjagdboot WEILHEIM (Zulauf 09. Juli 1997) werden schnell zu Publikumsmagneten. 1989 folgte der kleine Marineschlepper LANGENESS. Zum Jahresende 1998 wurden 165.000 Besucher gezählt. Beim Förderverein waren über 700 Mitglieder eingetragen.
1999 werden zwei Barkassen zur erlebnisorientierten Geschichtsvermittlung mit Hafenrundfahrten erworben und auf die Namen NEPTUN und POSEIDON getauft. Die Sammlung wird um einen Marinejagdbomber „Starfighter“ erweitert.
Im Jahr 2000 wird ein Neubau für Sonderausstellungen geschaffen, im März ein restauriertes Kleinst-U-Boot vom Typ Seehund mit Hilfe eines Krans zunächst auf dem Freigelände des Museums abgesetzt. Im Juli 2000 wurde erneut eine Rekordzahl an einem Tag mit ca. 2.500 Museumsbesuchern erreicht und insgesamt die 400.000 Besuchermarke seit Eröffnung des Deutschen Marinemuseums überschritten. Und noch im selben Jahr, am 15. Dezember konnte der 500.000 Besucher begrüßt werden. Das Jahr 2000 wurde mit insgesamt 183.000 Besuchern das bisher erfolgreichste Jahr überhaupt!
2001 – Beschluss des Förderverein zur Gründung der „Stiftung Deutsches Marinemuseum“
Bei der Mitgliederversammlung im Februar 2001 konnte Hans-Georg Nippe den aktuellen Mitgliederstand mit 893 beziffern, womit der Förderverein Deutsches Marinemuseum der größte Museumsförderverein in Deutschland geworden sei.
Seit den ersten Überlegungen für ein Marinemuseum war die Gründung einer Stiftung angestrebt worden. Die wachsenden Aufgaben, welche der Förderverein unter großen Anstrengungen bisher gemeistert hatte, erforderten auch im Hinblick auf nationale und internationale Kooperationen jetzt eine Stiftung für das Museumsmanagement.
2001 beschließt der Förderverein Deutsches Marinemuseum die Gründung der „Stiftung Deutsches Marinemuseum“. Fortan wird das Marinemuseum von dem Stiftungsvorstand und einem Kuratorium als Aufsichtsrat weiterentwickelt. Der Förderverein, dessen bisherige Aufgabe die Gewährleistung des Museumsbetriebes war, konnte sich nun auf seine ureigenste Aufgabe, der Förderung des Museums, der Mitgliederbetreuung und Mitgliederwerbung sowie der Kontaktpflege konzentrieren.
2002 – Weiterentwicklung des DMM unter Leitung des Stiftungsvorstandes unter Aufsicht des Kuratorium
In der neuen Führungsstruktur für die Stiftung des Deutschen Marinemuseums hatte sich als oberstes Führungs- und Kontrollorgan das Kuratorium mit Konsul Friedrich A. Meyer als Vorsitzendem und seinem Stellvertreter Kapitän zur See Dr. Jörg Duppler an der Spitze konstituiert. Weitere Angehörige des Kuratoriums sind der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Wilhelmshaven Martin Grapentin, der Kommandeur der Zerstörerflottille Flottillenadmiral Gottfried Hoch, der Leiter des Militärhistorischen Museums in Dresden Fregattenkapitän Dr. Thomas Scherer und der Hamburger Verleger und Eigner des Wissenschaftlichen Instituts für Schifffahrts- und Marinegeschichte Peter Tamm. Vertreter des Fördervereins im Kuratorium sind Verleger Manfred Adrian, Kapitän zur See a.D. Hans-Georg Nippe und Oberst a.D. Uwe Schrader.
Vorstandsvorsitzender der Stiftung wurde Admiralarzt a.D. Dr. Dieter Willers mit den Stellvertretern Stadtrat Dr. Jens Graul und dem stellvertretenden Vorstandsmitglied der Sparkasse Günter Hentschel.
Zum neuen Vorsitzenden des Fördervereins wurde Hans-Georg Nippe gewählt, stellvertretende Vorsitzende wurden Uwe Schrader, Kapitän zur See Volkmar Nitsche und Guido Oeltermann.
Räumlich stößt das Deutsche Marinemuseum bereits an seine Grenzen, die ersten Gedanken nehmen in Skizzen Gestalt an und führen zu einem Erweiterungsvorhaben ab 2009.
Zum 01. Oktober 2002 beruft das Kuratorium Dr. Stephan Huck (†) zum Geschäftsführer und Museumsleiter des Deutschen Marinemuseum.
2005 – 1 Million Besucher seit Eröffnung
2005 legt der Lenkwaffenzerstörer MÖLDERS im Museumshafen an und ist seitdem Deutschlands größtes Museumskriegsschiff. In diesem Jahr kann auch der 1 millionste Besucher im Marinemuseum begrüßt werden.
2008 – 10 Jahre DMM – 20 Jahre Förderverein
Im Jahr 2008 wurde das Seemannschaftsschulboot NORDWIND erworben, auf dem Seefahrt bis heute hautnah erlebt werden kann. In einem erneut erweiterten Museumsgebäude wird 2010 eine neue Dauerausstellung eröffnet.
Das Museum ist seit 2010 Kooperationspartner der Universität Oldenburg im interdisziplinären Masterstudiengang Museum und Ausstellung. Im Haus werden regelmäßig Praxissemester mit Studierenden durchgeführt.
2011 wird das Museum in das Museumsregister des Landes Niedersachen aufgenommen und mit dem Museumsgütesiegel des Museumsverbandes Niedersachsen und Bremen e.V. ausgezeichnet. Ebenfalls erhält es einen Preis der Niedersächsischen Sparkassenstiftung für die wissenschaftliche Qualität der Dauerausstellung.
Hans-Georg Nippe wird 2013 durch eine schwere Erkrankung gezwungen, alle Aktivitäten einzustellen. Sein Nachfolger wird Kapitän zur See a.D. Volkmar Nitsche, ihm zur Seite stehen Kapitän zur See Günter Steinberg, Fregattenkapitän a.D. Uwe Strecker und Dipl. Sparkassenwirt Claudio Sackreuter.
2016 – GEPARD im Marinemuseum
2016 kommt als weiteres Großexponat das Typboot der Klasse 143A, das Flugkörperschnellboot S 71 GEPARD, als neues schwimmendes Exponat hinzu.
Bei der Mitgliederversammlung 2018 scheidet Kapitän zur See a.D. Volkmar Nitsche aus dem Vorstand des Fördervereins aus. Ihm folgt als Vorsitzender Kapitän zur See a.D. Günter Steinberg, Fregattenkapitän a.D. Uwe Strecker und Claudio Sackreuter werden als Vorstandsmitglieder im Amt bestätigt. Neu in den Vorstand wird Kapitän zur See Henning Straus gewählt.
2019 wird das Museumsgütesiegel erneuert.
Seit der Zusage einer Förderung durch den Bund Ende des Jahres 2018 befindet sich das Museum in einer Phase der Erweiterung und Neukonzeption, die 2027 abgeschlossen sein soll.
Das Deutsche Marinemuseum sammelt und bewahrt Exponate zur Geschichte aller deutschen Marinen ab 1848 und erforscht deren historischen Kontext, um diesen zu bewahren sowie einer breiten Öffentlichkeit anschaulich und zeitgemäß zu vermitteln. Ein deutlicher Schwerpunkt der Sammlung liegt auf der Geschichte der Bundesmarine/ Deutschen Marine. Das Deutsche Marinemuseum ist Mitglied im Museumsverband Niedersachsen und Bremen e.V. und in der Arbeitsgemeinschaft Militärgeschichtlicher Museen und Sammlungen.
2019 scheidet Fregattenkapitän a.D. Uwe Strecker aus dem Vorstand aus, als sein Nachfolger wird Kapitän zur See Bernd Reimers in den Vorstand gewählt.
2022 – Besucherrekord: 138.684
Das Deutsche Marinemuseum verzeichnet 2020 und 2021 trotz pandemiebedingter mehrmonatiger Schließungen jeweils rund 95.000 Gäste. 2022 können die Besuchszahlen der Jahre vor Corona, in denen jährlich ca. 120.000 Gäste ihren Weg ins Museum finden, mit knapp 138.684 Besucherinnen und Besuchern überboten werden.
Ohne interessierte Gäste, das engagierte Museumsteam und die Förderer unserer Projekte wäre der Betrieb des Museums nicht möglich
2023 – 25 Jahre Deutsches Marinemuseum
2023 werden das Deutsche Marinemuseum 25 Jahre und der Förderverein 35 Jahre alt! Eine Jubiläumsfeier findet im April 2023 statt.
2024 – Wechselvolle Ereignisse
Im Januar 2024 verstirbt der langjährige Museumsleiter Dr. Stephan Huck.
Bei der Mitgliederversammlung im März 2024 wird der Vorstand des Fördervereins einstimmig wieder gewählt.
Am 1. Oktober 2024 tritt der neue Museumsleiter Dr. Thomas Eisentraut sein Amt an.
